4.5 Bluetooth — Das mobile Informationsangebot für Kommunen (Wilhelm Bielert)

Mit Hilfe von b-LAN, einer serverbasierten Technologie, die mit je­dem Bluetooth-fähigen Handy funktioniert, ist es möglich, für den Nutzer kostenlose multimediale Inhalte zur Verfügung zu stellen. Dies eröffnet Kommunen und anderen Anwendern die Möglichkeit flexibler In­formationsbereitstellung mit einer Rückkoppelung an das Web 2.0.

 

I. Bluetooth in der kommunalen Kommunikation

Die Kommunen haben in den letzten Jahren massive Anstrengungen unternommen, um ihren Bürgern wichtige Informationen zu jeder Zeit online verfügbar zu machen. Das Internet-Angebot der Städte und Gemeinden ist mittlerweile in der Regel sehr gut ausgebaut. Der Bürger findet nicht nur Informationen, Adressen und Öffnungszeiten von Ämtern und öffentlichen Einrichtungen online, sondern auch alle Formulare sowie Verweise auf Hilfeseiten und Foren. Mit dem b-LAN-Bluetooth-System werden diese Inhalte jetzt mobil. Sie erreichen den Bürger direkt und kostenfrei auf seinem eigenen Mobiltelefon.

Bluetooth ist eine drahtlose Kurzstreckenfunktechnologie. Ein Bluetooth-Sender, der mit dem Internet verbunden ist, erkennt alle Bluetooth-fähigen Geräte (Handys, Palms, Laptops etc.) die sich in seiner Reichweite, im Regelfall zwischen 10 und 30 m, befinden. Diesen Geräten bietet der Sender dann verschiedene Multimediainhalte nacheinander zum kostenlosen Download an. Da es sich hierbei um eine direkte Verbindung zwischen Sender und Telefon handelt, entstehen keine Kosten für den Empfänger. Der Sender ist über das Internet mit einem speziellen Server verbunden, auf dem die zu versendenden Inhalte vorher hinterlegt wurden.

Durch die relativ geringe Reichweite der Bluetooth-Technologie lässt sich sehr leicht ein ortsgebundener Themenbezug herstellen. Durch die Anbindung an den Server kann genau festgelegt werden, welche Inhalte wo in welcher Reihenfolge versendet werden. Alles, was dafür nötig ist, ist eine bestehende DSL-Internetverbindung.

In der Bluetooth-Zone, dem Bereich, der von einem Sender abgedeckt wird, spricht der Sender automatisch die erkannten Geräte wie Mobiltelefone oder Laptops an und der Bürger hat immer die Möglichkeit, die Inhalte anzunehmen und auf seinem mobilen Endgerät zu betrachten, oder die Annahme zu verweigern. Wenn der Bluetooth-Sender als Teil eines bestehenden Netzwerkes eingerichtet wird, ist er leicht so zu konfigurieren, dass für das Netzwerk keinerlei Gefahr besteht, da der Sender selbst von den Endgeräten nicht angesprochen werden kann.

Die Multimedia-Inhalte

Grundsätzlich gilt, alles, was auf den mobilen Endgeräten benutzt und angezeigt werden kann, kann über Bluetooth versendet werden. Die am häufigsten versandten Dateien sind technisch gesehen Bilder. Ob es sich dabei um Fotos, etwa der lokalen Sehenswürdigkeiten oder die Aktion unterstützender Hotels und Restaurants oder um Gutscheine für lokale Einzelhändler oder Einrichtungen (z.B. Kinos, Schwimmbäder) oder Stadtpläne oder Informatio­nen handelt, computertechnisch gesehen sind dies alles Bilddateien, die auf dem Handy ohne Probleme angezeigt werden können.

Ähnlich verhält es sich mit Audiodateien. Klingeltöne, vollständige Musikstücke, Podcasts oder Sprachdateien können in hervorragender Tonqualität als mp3-Datei auf die Endgeräte versendet und dort direkt geöffnet werden.

Eine Möglichkeit mit direktem Mehrwert für die Nutzer sind Videoclips. Diese Bewegtbilder haben einen großen Unterhaltungsfaktor und bieten ge­nau wie Bilder und Audiodaten ein enormes Kreativpotenzial, und den Mög­lichkeiten ihrer Einbindung in die mobilen Kampagnen der Kommunen sind in kreativer Hinsicht kaum Grenzen gesetzt.

Darüber hinaus bietet das System auch die Möglichkeit, komplexe An­wen­dungen über Bluetooth zu versenden. Dies können etwa digitale Muse­ums­kataloge, Stadtführer, Veranstaltungskalender oder Shopping-Guides sein. Nach dem Versand über Bluetooth werden diese, in der Regel Java-basierten Anwendungen auf den Mobiltelefonen installiert und können sofort benutzt werden. Solche Anwendungen können themenbezogen nach den individuellen Wünschen der Kommunen realisiert werden.

Positiver Nebeneffekt dieser modernen Form des mobilen Marketings ist, dass der Benutzer die Inhalte mitnimmt und sie dann per Bluetooth weiter an seine eigenen Kontakte verteilt.

 

II. Anwendungsmöglichkeiten

Die Anwendungsmöglichkeiten für das Bluetooth-System im Bereich der Kommunen sind nahezu unbegrenzt. Da jeder Inhalt versendet werden kann, der auf den Mobiltelefonen darstellbar und benutzbar ist, bieten sich hier zahllose Möglichkeiten, an verschiedenen Punkten einen ortsgebunden Themenbezug mit hohem Mehrwert für die Bürger und Gäste herzustellen.

Im Bereich der Ämter und städtischen Einrichtungen können z.B. wichtige Informationen, Bekanntmachungen und Hinweise versendet werden. In Museen und Ausstellungen können vor Ort Audioinformationen als Podcast an die Besucher versendet werden, die man sonst nur über das Internet be­ziehen kann. Über verschiedene Menüs ist beispielsweise auch eine Sprachauswahl für ausländische Gäste und Besucher realisierbar.

Auf Flughäfen, Bahnhöfen, Busbahnhöfen und an anderen zentralen Orten können digitale Stadtführer mit zusätzlichen Informationen zu Hotels und Restaurants, der Geschichte der Stadt, Sehenswürdigkeiten, öffentlichen Veranstaltungen oder Fahrplänen und Informationen an die Besucher und Gäste versendet werden.

Für die Möglichkeit, komplexe Anwendungen über Bluetooth zu versenden, bieten sich gerade im Bereich der Museen, Ausstellungen Tourismus und Verkehr unzählige Anwendungen. Ob digitaler Ausstellungskatalog, städtischer Hotelführer, Fahrplan, Katalog der Sehenswürdigkeiten oder um­liegenden Naherholungsgebiete, den denkbaren Anwendungen im kommuna­len Bereich sind kaum Grenzen gesetzt.

Durch das serverbasierte Design der Technologie lässt sich das gesamte System ohne weiteres nach den Vorstellungen der Kommune konfigurieren. Im Hintergrund läuft ein sogenanntes Content-Management-System, welches bestimmt, welche Inhalte den Bürgern und Gästen über welche Sender zu welcher Zeit in welcher Reihenfolge angeboten werden.

Das System ist nicht nur technisch nach den Bedürfnissen der Kommune konfigurierbar, auch das optische Erscheinungsbild ist den Vorstellungen und Wünschen komplett anpassbar und kann leicht in einem eventuell bereits bestehenden Corporate Design der Stadt gehalten werden.

Synergieeffekte

Neben dem Vorteil der Kostenfreiheit für die Empfänger bietet die Anwendung des Systems zahllose Möglichkeiten für Synergieeffekte mit lokalen Un­ternehmen. Hotels und Restaurants sind dabei nur zwei Beispiele aus der Tourismusbranche, mit denen sich beim Versand z.B. von Gutscheinen oder gesponserten Informationen deutliche Synergieeffekte erzielen las­sen.

Auch hier gilt, genau wie beim Versand der verschiedenen Inhalte, den kreativen Ansätzen und Ideen der kommunalen Entscheidungsträger sind in Sachen Kooperationen und Synergien kaum Grenzen gesetzt. Das System ist als offenes und skalierbares System entwickelt worden, dass sich den individuellen und speziellen Bedürfnissen seiner Anwender anpasst.

Ein weiterer Vorteil des Bluetooth-Systems liegt in seiner hohen Skalierbarkeit und den umfangreichen Statistiken und Auswertungen, die es bietet. Damit lassen sich der Erfolg und die Wirkung der durchgeführten Bluetooth-Kampagnen messen und auswerten. Über Statistik-Tool lässt sich genau feststellen, welche Dateien wie oft versendet wurden, wie viele Items in welchen Bluetooth-Zonen versendet wurden etc. Diese Rückkopplung eröffnet dann die Möglichkeit, die Reichweite und den Erfolg des Systems durch Veränderung bestimmter Faktoren zu erhöhen.

 

III. Perspektiven

Mit der Bluetooth-Technologie steht den Kommunen und Gemeinden ein hochmodernes und innovatives Werkzeug zur Verfügung, um gezielt In­formationen und Multimedia-Inhalte an Bürger und Gäste zu versenden. Dieses Versenden ist nicht nur voll automatisiert und schnell, es ist darüber hinaus auch kostenlos. Anders als beim Zugriff auf das mobile Internet oder WAP-Portale entstehen keine Kosten.

Ob auf Ämtern, im Schwimmbad, im Museum, am Bahnhof oder an der Touristeninformation, die Gemeinden und Kommunen erreichen hier die Besucher und Bürger direkt auf ihrem wichtigsten persönlichen Kommunika­tions­mittel, dem Mobiltelefon. Und das Ganze schnell, kostengünstig und umweltfreundlich, da der Gast den Stadtplan auf seinem Telefon mitnimmt. Darüber hinaus lassen sich die zu versendenden Inhalte schneller und günstiger aktualisieren als herkömmliche Printpublikationen.

Alles was für den Einsatz des Bluetooth-Systems notwendig ist, ist eine bestehende DSL-Internetverbindung. Die Bluetooth-Sender und die Server-Infrastruktur werden von einem externen Dienstleister gestellt.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei Bedarf zukünftig einen Rückkanal integrieren zu können, entweder über eine Interaktion des Nutzers vor Ort mittels Handy oder zeitlich versetzt per Internet. Dadurch sind der Integration von Anwendungen in bereits bestehende oder geplante Web-2.0-Anwendungen keine Grenzen gesetzt.

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