4.6 Bildung 2.0 — mehr Kooperation zwischen Lehrern, Schülern und Eltern (Svenja Ohlemann, Alexander Olek)

Inphorms ist eine Bildungscommunity, die Eltern, Lehrer und Schulen untereinander vernetzt und sie in ihren individuellen Bedürfnissen rund um den Schulalltag unterstützt. Hauptziel von Inphorms ist es, Transparenz in der Bildung zu schaffen und einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Bildung in Deutschland zu leisten.

 

I. Gute Bildung als gemeinsame Herausforderung

Nie war das öffentliche Interesse für Bildung so groß, die Zweifel am deutschen Schulsystem so stark und gleichzeitig der Wille zur Veränderung so präsent wie heute.

Kommunen wissen um die Bedeutung guter Bildung, wenn es um die Entscheidung junger Familien und Unternehmen geht, sich dort anzusiedeln. Gleichzeitig leiden viele ländliche Regionen durch den demographischen Wandel und den Wegzug junger Familien unter einem Rückgang der Schü­lerzahlen. Daraus folgen in vielen Fällen die Zusammenlegung von Schulen und die Teilung von Ressourcen insbesondere im Personalbereich.

Ein häufiges Problem: Verwaltungsangestellte an Schulen sind nicht selten für mehrere Standorte gleichzeitig zuständig, deren Sekretariate folglich immer nur abwechselnd persönlich besetzt sind. In der Zwischenzeit fehlt der persönliche Ansprechpartner für Eltern, Lehrer und Schüler.

Als Folge eingeschränkter Ressourcen muss der Verwaltungsaufwand in den Schulen in kürzerer Zeit von weniger Personen bewältigt werden. Dabei zeigt sich oft, dass durch fehlende Transparenz innerhalb der Schule immer wieder die gleiche Arbeit von verschiedenen Personen mehrmals gemacht wird.

Beispielsweise werden Schülerdaten, wenn sie an anderer Stelle in der Schule benötigt werden, jedes Mal neu eingegeben bzw. aktualisiert, da Sekretariat, Lehrer und schulinterne Dienstleister oft über keine gemeinsame Datenbank verfügen.

Ein anderes Problem: junge Pädagogen stehen vor der Herausforderung, Unterrichtsmaterial und -erfahrung für ihre eigenen Klassen zu sammeln und suchen gerne den Erfahrungsaustausch mit „gestandenen Lehrkräften”. Diese wiederum sind an frischen Ideen und Lernkonzepten interessiert. Jedoch gründen und etablieren sich schulübergreifende Netzwerke und Materialbörsen erst seit dem Aufkommen des Web 2.0, welches hauptsächlich durch die interaktive Generierung von Inhalten durch User funktioniert.

Eltern sind durch Medienberichte und Erzählungen anderer Eltern oftmals verunsichert und suchen nach Wegen, ihre Kinder im Schulalltag besser begleiten zu können. Ein Einblick ins Klassenzimmer und damit das Wissen über die Inhalte und die Aktivitäten in der Schule fehlen häufig, sodass Eltern verunsichert sind über die Qualität der Bildung.

 

II. Vernetzung zwischen Schulen, Lehrer und Eltern 

Kommunen, Schulen und Eltern haben ein gemeinsames Ziel, nämlich die Verbesserung der Bildung. Dafür bedienen sie sich getrennt voneinander zunehmend des Internets. Informationsportale für Eltern, Tauschbörsen für Lehrer und Online-Programme für Schulen „versorgen” die Akteure separat voneinander und geben nur vereinzelt die Möglichkeit der interaktiven Vernetzung.

Derweil steht die soziale Vernetzung via Internet neben der Generierung von Wissen und Inhalten durch Internetnutzer selbst im Vordergrund der Web-2.0-Philosophie.

Weil für alle Nutzergruppen zusätzliche Transparenz von Nöten ist, kann eine Web-2.0-Bildungsplattform auf der jede Gruppe einen für sie bestimmen Bereich und zusätzlich Raum zum Austausch mit anderen Nutzergruppen findet, Schüler nachhaltig fördern.

 

III. Funktionen und Netzwerk

Inphorms ist eine Bildungscommunity, auf der alle Bildungsakteure – Schulen, Lehrer und Eltern – unabhängig von ihrem Standort und Aufgabenbereich zusammenkommen können. Darüber hinaus das System Funktionen an, die auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Gruppen zugeschnitten sind. Ein Beispiel ist die Unterrichtsvorbereitung von Lehrern.

Die Interaktivität spielt sowohl bei der Vernetzung als auch bei den verschiedenen Anwendungen eine maßgebliche Rolle. Im Gegensatz zu früheren Internetseiten erstellen User heute Informationen selbst, teilen sie und bewerten jene anderer Mitglieder.

Die Mitglieder können je nach ihrer Funktion drei Hauptbereiche nutzen, um sich gegenseitig zu unterstützen und auszutauschen.

Virtuelle Schulverwaltung

Mittels der Online-Schulverwaltung Inphorms-ClassSpace können Schulen alle im Schulalltag relevanten Informationen (Stundenpläne, Termine, Schülerakten etc.) zentral und elektronisch verwalten und mittels Schnittstellen an andere in der Schule verwendete Programme (z.B. Bibliothekssoftware, Buchhaltung) weitergeben. Durch die zentrale Datenbank werden Arbeitsvorgänge, wie Adressaktualisierungen, nur noch einmal durchgeführt, Redundanzen vermieden und wertvolle Zeit gespart. Gemäß ihrer Zugriffsrechte können Schulleitung, Sekretariat und Kollegium auf die aktuellsten Daten zugreifen und fächer- bzw. themenübergreifend bearbeiten.

Virtuelles Lehrerzimmer

Im virtuellen Lehrerzimmer finden sich Funktionen zur modernen Unter­richts­vor- und -nachbereitung inklusive einem exklusiven Austausch unter Pädagogen.

Die Aufschlüsselung der Lehrpläne in einzelne Themeninseln und die daran angebundene Datenbank mit Lehrinhalten gibt hilfreiche Empfehlungen und Einblicke, wie andere Pädagogen ihren Unterricht vorbereiten, und neue Ideen sowie konkrete Unterstützung bei der Zusammenstellung des eigenen Materials. Lehrer können in diesem Bereich eigene Beiträge einstellen (z.B. Projektvorschläge, Arbeitsblätter) und das Material anderer Nutzer bewerten. So entsteht eine Web-2.0-typische Selbstkontrolle und Qualitätssicherung. Gut bewertete und oft benutzte Unterrichtsinhalte er­scheinen ganz oben, schlechte befinden sich am Ende der Liste.

Virtuelles Klassenzimmer

Der dritte Bereich der Bildungscommunity, das virtuelle Klassenzimmer, richtet sich an Lehrer und Eltern jeweils einer Klasse und ermöglicht einen regelmäßigen Austausch zu aktuellen Lerninhalten, Terminen der Klasse (z.B. Wandertage) und Freizeitaktivitäten. Ziel ist es, den Eltern einen „Blick ins Klassenzimmer” zu erlauben und sie damit stärker in den Schulalltag ihrer Kinder mit einzubeziehen. Eltern erhalten durch die Redaktion der Community sowie durch die Klassenlehrer oder andere Eltern Empfehlungen, wie sie ihre Kinder nach der Schule pädagogisch wertvoll, nämlich thematisch an die Unterrichtsinhalte angelehnt, unterstützen und beschäftigen können.

Mit der Information der Eltern und ihrer Einbindung gewinnen Lehrer zusätzliche Unterstützung in der Bildungsarbeit.

 

IV. Web 2.0 macht Bildung überall verfügbar

Erhebungen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass im Jahr 2007 bereits über 84% der 24-55-jährigen (Hauptgruppe der Eltern und Schulmitarbeiter) bereits das Internet nutzten.

Damit zeigt sich, dass über webbasierte Anwendungen Informationen für alle Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht werden können. Neu bei Inphorms ist in dieser Form der Fokus auf das Thema Bildung, denn es spricht in seiner Konzeption alle Akteure der Bildung an: Lehrer als Pädagogen, Schulen als Orte des Wissens, Direktoren und Sekretariate als „Bildungsmanager” sowie Eltern als Beziehungsmotivatoren/-unterstützer. Den­noch können alle Funktionen einer Nutzergruppe (z.B. das Klassenzimmer für Eltern) ohne die Interaktion der anderen (also Lehrer und Schule) genutzt werden, da sich die Eltern gegebenenfalls untereinander informieren können.

 

V. Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene

Besonders in ländlichen Regionen bietet das Internet neue Wege für Schulen, sich auch über weite Distanzen regelmäßig auszutauschen. Auch für Städte mit starken Profilunterschieden und damit hohem Wettbewerb zwischen einzelnen Schulen bietet Inphorms wesentliche Vorteile. Die Wahrnehmung der Eltern, welche Schule einen guten Ruf hat, ist oft sehr subjektiv und hat die Ursachen eher in der mangelnden Kommunikation der Schule als an der schlechten Qualität. Durch Transparenz werden Schulen mit wenig ausgebildetem Profil unterstützt und erreichen langfristig einen höheren Qualitätsstandard.

Für Kommunen bietet die Online-Schulverwaltung Inphorms-ClassSpace einen Hauptansatzpunkt, um die Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Schulen zu fördern.

Die Online-Anwendung ermöglicht einen Datenabgleich, sowie die elektronische Überführung der Schülerakten von der Grundschule zur weiterführenden Schule.

Damit ergeben sich z.B. bessere Möglichkeiten zur gezielten Förderung durch die Lehrer, denn Beobachtungen wie etwa Lernschwächen oder Hochbegabungen, die bereits in der Grundschule festgestellt werden, können in der weiterführenden Schule sofort aufgegriffen werden und verbessern dadurch die Zukunftschancen der Kinder der Region.

Darüber hinaus können die Ressourcen in der Kommune noch besser genutzt werden: beispielsweise hat eine Sekretärin, die für mehrere Schulen verantwortlich ist, natürlicherweise aber immer nur an einer Schule präsent sein kann, über die Community die Möglichkeit, jederzeit auf alle „ihre” Schulen zuzugreifen. Das sonst leere Sekretariat ist somit immer virtuell besetzt.

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