5.2 Zehn Blogging-Tipps für Führungskräfte des öffentlichen Sektors (Andreas Huber)

Einer der aktivsten Bereiche des Web 2.0 ist die Blogosphäre. Ein Blog als öffentlich zugängliches Tagebuch lässt sich ohne viel Aufwand einrichten und pflegen, sodass er den idealen Einstieg in die Welt des Web 2.0 bietet. Um den eigenen Blog aus der Masse der Internettagebücher herauszuheben, sollten jedoch einige Punkte berücksichtigt werden.

Im Rahmen einer Studie für IBM hat der Managementprofessor David C. Wyld auf Basis einer breiten Analyse von Positivbeispielen zehn praktische Tipps für das Bloggen von Führungskräften des öffentlichen Sektors zusammengestellt.

Tipp 1: Definieren Sie sich und Ihren Standpunkt

Am Anfang jedes Blogs sollte deutlich gemacht werden, wer diesen schreibt und zu welchem Zweck (Themen, Zielpublikum, etc.). Beliebige Einträge ohne erkennbaren Zusammenhang führen schnell zu Desinteresse bei Lesern und hinterlassen keinen guten Eindruck.

Tipp 2: Machen Sie es selbst

Lassen Sie Ihren Blog nicht von anderen schreiben. Selbstverständlich sollte für die grafische Gestaltung und die technische Umsetzung jede nötige Hilfe in Anspruch genommen werden. Doch um Authentizität zu gewährleisten und das Interesse der Leser zu fesseln, sollten Sie Ihre Blog-Einträge unbedingt selbst verfassen.

Tipp 3: Nehmen Sie sich die Zeit

Bevor Sie einen Blog ins Leben rufen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie sich für einen erfolgreichen Blog regelmäßig Zeit nehmen müssen, um Blog-Einträge zu verfassen und auf Kommentare zu reagieren. Falls die Kommentare zudem redaktionell ausgewählt werden sollen, be­nötigen Sie zusätzliche Zeit oder müssen einen Mitarbeiter mit dieser Aufgabe betreuen. Für die Sicherstellung eines stetigen Informationsflusses soll­ten Sie in Ihrem Terminplan regelmäßig feste Zeiten einplanen und bei längerer Abwesenheit einen Gast-Blogger einladen. Denn in der Blogosphäre wandern Nutzer bereits nach einer kurzen Phase der Inaktivität zu anderen Blogs ab.

Tipp 4: Schreiben Sie regelmäßig

Eng verbunden mit den vorangegangenen Hinweisen ist der Tipp, regelmäßig neue Inhalte in Ihrem Blog zu veröffentlichen. Wenn Sie nicht stetig aktuelles und vor allem interessantes Material veröffentlichen, wird sich die Le­ser­schaft schnell von Ihrem Blog abwenden.

Tipp 5: Seien Sie großzügig

Langweilen Sie Ihre Leser nicht mit selbstbezogenen Einträgen und Eigenlob. Auf diese Weise werden Sie Ihre Leser bald verlieren. Machen Sie Ihren Blog dagegen zu einer Plattform für Ihren Zuständigkeitsbereich, Ihre Mitarbeiter, Ihre Familie (bis zu einem gewissen Grade) usw. Nutzen Sie die Möglichkeit einzelne Personen in Ihrem Bezirk herauszuheben und Ihren Arbeitsbereich sowie aktuelle Aktivitäten vorzustellen. Verteilen Sie Lob und weisen Sie auf die Bedürfnisse von Menschen in schwierigen Situationen hin. Kurzum, tun Sie gutes mit Worten.

Tipp 6: Legen Sie sich eine dicke Haut zu

Bloggen ist sicherlich keine Beschäftigung für Zartbesaitete. Neben durchdachten und klugen Anmerkungen werden Sie auch Kommentare erhalten, die sich nicht veröffentlichen lassen. Während einige Nutzer Ihnen überschwängliches Lob zukommen lassen werden, melden sich immer auch scharfe Kritiker zu Wort.

Tipp 7: Prüfen Sie Ihre Einträge auf Rechtschreibung

Dieser Punkt sollte eigentlich selbstverständlich sein, doch in der Praxis trifft man immer wieder auf Blog-Einträge mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Diese Art von Fehlern hinterlässt nicht nur einen schlechten Eindruck bei den Lesern, sondern lenkt auch von der eigentlichen Botschaft der Einträge ab.

Tipp 8: Schreiben Sie nicht zu detailverliebt

Auch wenn eine gewisse Offenheit zu den Grundeigenschaften eines Blogs zählt, sollten Sie diese nicht übertreiben. Nutzen Sie den Blog als Fenster zu Ihren Gedanken und Ihrer Arbeit, doch verschonen Sie Ihre Leser mit detaillierten Auflistungen ihrer Mahlzeiten.

Tipp 9: Berücksichtigen Sie Multimedia

Für einen erfolgreichen Blog ist das regelmäßige Schreiben von interessanten und gut geschriebenen Einträgen lediglich der Grundbaustein. Zu einem überdurchschnittlichen Blog zählt darüber hinaus auch eine einfach zu handhabende und ansprechende Benutzeroberfläche. Als Ergänzung des geschriebenen Inhaltes sollten zudem Audio- und Videoangebote eingebunden werden. Dabei ist es nicht unbedingt nötig sofort eigene Pod- und Vodcasts zu produzieren. Es können zu Beginn auch einfach frei verfügbare externe Inhalte ohne großen finanziellen und zeitlichen Mehraufwand in den eigenen Blog integriert werden.

Tipp 10: Seien Sie ein Blogging-Student

Machen Sie es sich zu einer regelmäßigen Gewohnheit, täglich in anderen Blogs zu stöbern. Finden Sie Ihre persönlichen Favoriten, sowohl zu politischen als auch zu nicht politischen Themen, und abonnieren Sie diese mit Hilfe von sogenannten Feed-Readern. Diese Programme ermöglichen es Ihnen, neue Einträge in den von Ihnen ausgewählten Blogs in einem einzelnen Fenster zu verfolgen, ohne jeweils die verschiedenen Blogs einzelnen aufrufen zu müssen. Auf diese Weise bleiben sie nicht nur auf dem Laufenden in den ausgewählten Bereichen, sondern erhalten auch wertvolle Anregungen für die Gestaltung des eigenen Blogs.

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