Grußwort

Die modernen Informations- und Kommunikationstechniken verändern Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung fundamental. Immer mehr geschäftliche, soziale und gesellschaftliche Aktivitäten verlagern sich ins Internet. Das Internet wird zu einem Lebens- und Wirtschaftsraum. E-Mail, Google und Mobilfunk sind integraler Bestandteil unseres Lebens geworden. Diese Entwicklung fordert auch Politik und Verwaltung heraus. Bund, Länder und Kommunen haben begonnen, die Verwaltung zu vernetzen und Verwaltungsprozesse zu digitalisieren. Damit verbunden sind große Chancen, die Verwaltung bürgerfreundlicher und effizienter zu machen und Bürokratie abzubauen. Auch das Verhältnis zwischen Bürger und Verwaltung wird sich durch das Internet verändern. Das Internet eröffnet neue Wege der Kommu­nikation zwischen Bürger, Politik und Verwaltung. Mitmachen und Teil­haben werden die Politik im 21. Jahrhundert maßgeblich prägen. Das Internet ist ein wichtiges Medium auf dem Weg zur aktiven Bürgergesellschaft.

Web 2.0 – die zweite Generation des Internets – beschleunigt diesen Prozess. Ist das Internet 1.0 ein Netz mit statischen Webseiten, in dem überwiegend Informationen angeboten werden, ist Web 2.0 ein „Netz des Mitmachens”. Immer mehr Communities und Diskussionsforen entstehen, jeder­mann kann ohne große Kenntnisse und Aufwand interaktive Webseiten erstellen. Web 2.0 bringt Menschen zusammen, um sich gegenseitig mit Wissen zu versorgen, gemeinsam Neues zu schaffen und damit oftmals auch politisch Verantwortliche herauszufordern. Neue Formen der Öffentlichkeit und der politischen Kommunikation sind möglich geworden. Zeitunabhängige und themenspezifische Dialoge ermöglichen es, noch mehr Personen in kommunale Diskussions- und Entscheidungsprozesse einzubinden als früher. Bürger beginnen auch, mobil zu machen. Sie schließen sich zu­sam­men und starten im Netz zum Beispiel Aktionen für eine bessere Bildung ihrer Kinder.

Besonders beeindruckend ist zudem die freie Wissensplattform „Wiki­pedia”, weil sich hier fortlaufend Menschen aus allen Erdteilen zusam­menfinden, um sich darüber zu verständigen, was heute eigentlich als „wis­senswert” zu gelten hat – ohne einander zu kennen. Der Grad an aktuell verfügbarem Wissen ist unglaublich hoch. Man gewinnt einen Eindruck davon, wie erfolgreiches bürgerschaftliches Engagement aussehen kann.

Mit diesem Buch „Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik” des Innovators Club wollen wir uns an der Verbreitung des Wissens über die Möglichkeiten des Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik beteiligen. Es gibt einen umfassenden Überblick die Potenziale, gibt Tipps für den Umgang mit Web 2.0 und stellt Beispiele aus Deutschland und Österreich dar.

Ich wünsche allen Interessierten eine anregende Lektüre und viele gute Ideen auf dem Weg, das Web 2.0 für die kommunale Praxis zu nutzen. Und vor allen Dingen: probieren Sie es aus! Nutzen Sie diese neue Möglichkeit des Dialoges mit Ihren Bürgern und Unternehmen.

Gerd Landsberg

(Geschäftsführendes Präsidialmitglied des
Deutschen Städte- und Gemeindebundes)

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